Spukhaus RIVERMEAD MANOR

Mein Spukhaus RIVERMEAD MANOR stellt in zweierlei Hinsicht eine Hommage dar: 1. an das gute alte 5300, das große Puppenhaus von Playmobil®, im Handel von 1989 bis 2004, und 2. an die klassischen Spukhausfilme der 50er bis 70er Jahre, die mich als Kind beeindruckt haben: „Bis das Blut gefriert / The Haunting“, „Das Haus auf dem Geisterhügel / House on Haunted Hill“).

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Das gute alte 5300

5300_collectobil1989 erschien in rosa Kartons die erste Playmobil®-Themenwelt speziell für Mädchen: die „Spielwelt 1900“. Herzstück der Serie war das große Puppenhaus 5300. Mit diesem großen Puppenhaus brachte Playmobil® das Flaggschiff seiner gesamten Produktion auf den Markt (meiner Meinung nach jedenfalls) – denn neben dem 5300 verblasst jedes andere Spielset, vom Piratenschiff bis zur großen Ritterburg. Schon der Karton ist in seinen Ausmaßen und seinem Gewicht beeindruckend, und beim Auspacken nimmt der Respekt noch zu bei den vielen Details der liebevollen Ausstattung. Auch zusammengebaut ist das Haus ein beeindruckender Brocken – und muss sich neben den traditionellen hölzernen Puppenhäusern wirklich nicht verstecken.

2004 wurde das große Puppenhaus abgesetzt – und durch das „neue Puppenhaus 5301“ ersetzt, das besser bespielbar sein soll und nicht mehr in der „Spielwelt 1900“ verankert, sondern mit den modernen Sets kombinierbar ist. In den letzten Jahren wurde das Puppenhaus wieder und wieder durch modernere Versionen ersetzt, mal in pink, mal in gelb. Der nostalgische Charme wurde dabei aufgegeben. Sammler trauern der größeren Grundfläche des alten Hauses nach, den Filzgardinen (jetzt Plastik) und dem antiken Design.

Die Pervertierung eines Mädchentraums

Nachdem ich einige alte Spukhausfilme gesehen hatte – aurm3f der Suche nach dem Film, der mir als Kind solche Angst gemacht hatte – sah ich das hübsche, malerische Puppenhaus aus der rosa Schachtel plötzlich mit ganz anderen Augen. Mit einem Mal erkannte ich die typischen Merkmale klassischer Spukhäuser – die schmiedeeisernen Balkongeländer, die Spitzen auf den Dachgauben, das große, schwere Tor der Parkmauer… Es reicht, sich gruselige Musik vorzusummen und dabei die Katalogbilder anzusehen.

Damit war die Idee geboren, aus dem 5300 mit den richtigen Details und Kameraeinstellungen ein Spukhaus zu machen – und damit ein weiteres Genre zu ehren, das schamlos mit Klischees und drastischen Stilmitteln arbeitet – und sich somit auch herrlich zitieren lässt: der klassische Gruselfilm bzw. „Gothic Horror“ – am liebsten mit Vincent Price :-).

Im März 2006 habe ich mir dann endlich mein eigenes 5300 geschenkt. Zwei Jahre, nachdem die Produktion eingestellt worden war, war das Set bereits ein Sammlerstück. Irgendwo im Internet fand ich eins der letzten originalverpackten Häuser. Dann begann eine lange Bauphase…

klickypix RM salon1Beim Einrichten meines Spukhauses war es mir schon bald zu klein: ich konnte nicht alles unterbringen, was in ein Spukhaus gehört. Mit all den Fenstern und dem Wintergarten gibt es recht wenig Platz, um Möbel zu stellen. Also kaufte ich ein zweites 5300. Und die Zusatzetage 7411, ebenfalls ein schwer gesuchtes Sammlerset. Und war schon bald wieder frustriert: ganz anders als die Ritterburgen ist das Puppenhaus im Aufbau äußerst unflexibel (trotz Stecksystem) – will man den Grundriss verändern, passt an allen Enden irgendwas nicht mehr zusammen.
So habe ich geplant und herumprobiert, immer mit dem Anspruch, die Teile nicht zu verändern – an Playmo®-Teilen herumzusägen, die nicht mehr produziert werden, habe ich nicht übers Herz gebracht. Aber diese Gewissensgrenze ist irgendwann gefallen: ich hatte einen Plan und habe alles dafür Nötige getan: gesägt, geschnitzt, gedremelt. Nur so war der hufeisenförmige Grundriss mit den beiden vorgelagerten Terassen möglich…

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Die Abbildung oben zeigt den Bauplan des klassischen 5300 (links) und daneben Rivermead Manor. Insgesamt sind in meinem Haus jetzt zwei große Puppenhäuser 5300 und die Zusatzetage 7411 verbaut, außerdem einige weitere Elemente vom Direktservice (ja tatsächlich: man konnte einzelne Wandelemente und Verbinder nachbestellen!).

Nach dem ganzen Dremeln und Schnitzen war das nächste Problem das Tapezieren: für den neuen Grundriss hatte ich viele Wände verschiedener Räume mit unterschiedlicher Tapete kombiniert, also musste neu tapeziert werden. Ein Jammer, ist doch gut erhaltene Tapete ein entscheidendes Qualitätskriterien beim Kauf gebrauchter Häuser… Naja: alte Tapete lässt sich nach dem Erhitzen des Klebers mit einem Föhn ganz gut in einem Stück abziehen und dann auch auf den Scanner legen. Die gescannte Tapete habe ich dann auf mattes Fotopapier ausgedruckt und mit einem schnöden Klebestift neu befestigt.

Die Bilder unten zeigen nochmal den Größenvergleich: frühe Bilder vom ersten Aufbauversuch – ein 5300 in der klassischen Form. Darunter aktuelle Bilder von Rivermead Manor. Im Zweifelsfall bitte einfach die Dachfenster zählen…

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